Gemeinschaftskasse Gleiberger Land nur zu dritt ?

Das nächste “holperige” IKZ-Projekt der 4 Bürgermeister. Wettenberg plant überraschend den Rückzug. Woher der Sinneswandel ? Beschlussvorlage an die Wettenberger Gemeindevertretung inhaltlich mehr als fragwürdig.

Der bisherige Ablauf auch bei diesem Vorhaben zeigt, dass es immer noch an klaren Zielvorgaben und der daran zu orientierenden Realisierung seitens der Bürgermeister hapert. Die Zusammenfassung von vier Abteilungen mit generell gleichem Arbeitsgebiet ist immer vorteilhaft und rentabler als die jetzige Einzelwirtschaft. Trotzdem noch prüfen zu lassen, ob diese überhaupt machbar sei und alle möglichen Aussagen aufzulisten, die angeblich gegen die Zusammenlegung sprechen, ist pure Zeitverschwendung und zeigt nur, dass man weiterwursteln will wie bisher. Würde man sich in der gleichen Zeit Gedanken machen, wie das Ziel bis wann erreicht wird, wäre man ein erhebliches Stück weiter.

Auch wenn die zweckmäßige Kernaufgabe, den gesamten Finanzbereich der vier Gemeinden zielorientiert unter einen Hut zu bringen, (noch) nicht angegangen wurde, ist die geplante Teillösung der Kassenzusammenlegung wenigstens ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dies gemeinsam zu machen war bis etwa Mitte März unstrittig bei den vier Bürgermeistern. Dazu heißt es im mit fünf Wochen Verspätung verteilten Protokoll der IKZ-Sitzung vom 23.01.14 auf Seite 3 Mitte: Das vorgestellte Konzept für eine Gemeinschaftskasse findet bei allen Bürgermeistern grundsätzliche Zustimmung.

Dann plötzlich bricht in der Wettenberger Verwaltung der “Bedenkenträger-Virus” aus und die “Erkenntnis”, dass die eigene Kasse doch schon so effizient arbeite, dass man sich im Verbund wohl nicht noch mehr steigern könne. Da muss man sich schon die Frage stellen, ob in Wettenberg die Grenze zwischen fundiertem Selbstbewusstsein und abgehobener Selbstüberschätzung nicht überschritten wurde, oder die Angst vor Veränderung die Triebfeder für diesen Umschwung ist.

Um sich dieses Ausscheren von der Gemeindevertretung absegnen zu lassen, wird eine 7-seitige (!) Beschlussvorlage verfasst und vom Bürgermeister Brunner eingebracht. Davon sind allein auf über 2 Seiten alle möglichen gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Kassen erwähnt, die auch bei einer Gemeinschaftskasse gelten, aber keinesfalls dagegen sprechen. So gibt es für die Behauptung: “Die Effizienz sowie fachlichen Gründe, die für die Gründung einer Gemeinschaftskasse oder die Beibehaltung der jeweiligen Gemeindekasse sprechen, sind daher von jeder Kommune individuell und eingehend zu untersuchen”, keinerlei rechtliche Bedingung. Sie beweist nur, das im ersten Absatz gesagte der mangelhaften Zielorientierung der ganzen Aktion.

In jeder Hinsicht mangelhaft ist auch die angebliche Effizienzanalyse. Die dargestellten Vergleiche sind nicht mehr als statistische Spielereien, die mit willkürlichen Zahlen beweisen sollen, dass die Wettenberger Kasse schon effizient genug sei.

So sind weder die Einwohnerzahlen, noch die Buchungsposten oder die Personalkosten, ohne die Sach- und Umlagekosten, als Vergleichsgrundlagen überhaupt zutreffend, zumal sie sich ja relativ kurzfristig ändern. Ebenso als passend könnte man auch die Zahl der Hundehalter oder die der Autobesitzer einer Gemeinde als Bezugsgröße annehmen. Für irgendwelche Vergleiche zwecks Erkennen von Möglichkeiten für ein effizienteres Arbeiten ist eine unvoreingenommene Bestandsaufnahme vor Ort zwingend notwendig. Dazu gehören die Erfassung der Räumlichkeit, die technische Ausstattung, die personelle Situation, die Sachkosten und Umfang externer Arbeiten, die Ermittlung der Arbeitsabläufe, usw.

Noch ein Wort zur Standortfrage laut der Vorlage: Die unvollständigen Ratschläge und die Bedenken wirken anmaßend, denn dies entscheiden die Gemeindevertretungen und nicht die Verwaltung. Völlig überzogen dargestellt, werden die angeblich längeren Kommunikationswege, incl. Fahrten. Und beim Raumbedarf vergisst der/die  Verfasser(in), dass die für andere Nutzung freiwerdenden Räumlichkeiten ja gegen gerechnet werden müssen.

Fazit: Der / die VerfasserIn der Vorlage hätte sich viel Arbeit und Papier sparen können, d. h. effizienter (!) agieren können, wenn er / sie als Begründung einfach geschrieben hätte: Wir wollen nicht mitmachen und die zukünftige Entwicklung im Gleiberger Land ist uns egal.

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