Auf die Zukunft vorbereitet sein

Foto: Am Podium v.l. Ute Will, Gernot Buseck, Willi Heß und Wolfgang Oestreich (v.l.) in der Mitte Referent Bürgermeister Hans-Peter Stock. Foto: Klaus Waldschmidt
Foto: Am Podium v.l. Ute Will, Gernot Buseck, Willi Heß und Wolfgang Oestreich (v.l.) in der Mitte Referent Bürgermeister Hans-Peter Stock. Foto: Klaus Waldschmidt

Kinzenbacher Wählerinitiative hatte zur Informations- veranstaltung mit dem Schöffengrunder Bürgermeister Hans-Peter Stock zum Thema „Demografischer Wandel – Herausforderung für die Kommunen“ eingeladen – KWI-Kandidaten und -Ziele vorgestellt

Heuchelheim-Kinzenbach ( 16. März 2011, wh ) Zur Informationsveranstaltung der Kinzenbacher Wählerinitiative (KWI) konnte für die KWI-Spitzenkandidat Gernot Buseck rund 30 Teilnehmer in der Kinzenbacher Dorfschänke herzlich begrüßen. Im Mittelpunkt des Abends stand das Referat des Schöffengrunder Bürgermeisters Hans-Peter Stock zum „Demografischer Wandel – Herausforderung für die Kommunen“. Zu Beginn seines Referates zitierte er den griechischen Staatsmann Perikles (500-429 v. Chr.) mit den Worten „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“„Die Bevölkerung der BRD wird bis Ende 2050 von 81,2 Mio auf 68,8 Mio Menschen sinken. In 2050 gibt es doppelt so viele 60jährig wie Neugeborene (=500.000). Das Durchschnittsalter der Männer steigt auf 83,5, das der Frauen auf 88,0 Jahre. Die Anzahl der Schüler und Auszubildenden sinkt dramatisch und die der Erwerbstätigen um bis zu 29 %. Die Sozialsysteme werden nicht mehr finanzierbar und ein Erwerbstätiger wird zwei Renner zahlen“, führte Stock aus. Das hat Folgen für die Kommunen, z.B. Leerstände von Häusern und Wohnungen (wie zur Zeit schon im Vogelsbergkreis gravierend), keine oder nur geringe Nachfrage nach Bauland, mangelnde Investitionsbereitschaft, Flucht in attraktive Standorte im Speckgürtel und einen knallharten interkommunalen Wettebewerb um Bürger. Auch die Steuer- und Gebührenaufkommen werden sinken, die Vorhaltekosten für die Infrastruktur steigen und das Angebot an Vor-Ort-Versorgung sinken. – Heuchelheim steht nach der Bertelsmannstudie noch relativ gut dar, da es im „Speckgürtel“ von Gießen liegt. Die Bevölkerung wird bis 2025 nur um 3 %  geringer sein. Heuchelheim profitiert vom erhöhten Zuzug und seiner Stadtnähe. Der Jugendquotient wird von 29,7 % auf 28,1 % und der Altersquotient der über 65jährigen von 36,1 auf 35,2 % sinken. „Trotzdem muss sich auf Heuchelheim dem Veränderungsprozess stellen“, so Stock. – Als Handlungsoptionen zeigte Stock die „Schaffung eines familienfreundlichen Klimas“ mit dem Ausbau des bestehenden Kinderbetreuungsangebotes und dem Ausbau der bestehenden Angebote für Senioren auf. Zum Kinderbetreuungsangebot zählen z.B. die verlängerten Öffnungszeiten (6.30 bis 19 Uhr), Betreuung ab einem Jahr, die Vernetzung aller Angebote für Kinder und Jugendliche sowie familiennaher Dienstleistungen  oder die Errichtung eines Familienzentrums mit Infostelle für Kinder und Familien. Wichtig ist auch die Zusammenarbeit von Kommune (Kindertagesstätten) und Grundschulen/Schulen. „Kinder und Jugendliche sollten ernst- und wahrgenommen werden, da sie auch die Zukunft der Gemeinden sind“, so Stock. – Zum Ausbau des Seniorenangebotes gehören u. a. der Erhalt und Ausbau örtlicher Pflege- und Betreuungsangebote und der Aufbau einer Seniorenselbstverwaltung und das selbstbestimmte Älter werden in gewohnter Umgebung. –

Der Referent ging auch auf die Infrastruktur ein. Dabei hat die Innentwicklung Vorrang vor der Außenentwicklung. Die Aktivierung und der Ausbau der Altortslagen (z.B. durch neue Dorfläden) und die Arrondierung von Grundstücken in Innerortsnähe, der Erhalt und der Ausbau der Versorgungsstrukturen und des öffentlichen Personennahverkehrs gehören dazu. Durch die interkommunale Zusammenarbeit sollten die Kommunen aufeinander zugehen und Angebote aufeinander abstimmen. Nicht benötigte Gebäude sollten veräußert und die Verwaltungsstrukturen verschlankt werden. Unabhängigkeit sollte durch erneuerbare Energien auch vor dem Hintergrund der Atomkatastrophe in Japan, z.B. Fotovoltaik-Anlagen, erreicht werden. – Ute Will dankte für die KWI Bürgermeister Hans-Peter Stock für seinen interessanten Vortrag mit vielen Denkanstößen. – Gernot Buseck stellte dann die anwesenden Kandidaten der KWI für die Kommunalwahl am 27. März vor.

Gernot Buseck, Ute Will und Willi Heß präsentierten die Ziele der KWI zu den Bereichen Grundversorgung/Infrastruktur, interkommunale Zusammenarbeit, bei der auch die sachkundige Bürgerbeteiligung einfließen soll sowie Gemeinde-Finanzen. Hier kann für das Mehrzweckgebäude Kinzenbach eine leichte Gebührenerhöhung für die privaten Nutzer angesetzt werden. Aber die der Gemeindevertretung vorgelegte und dann kurzfristig vom Bürgermeister wieder zurückgezogene Vorlage mit Erhöhungen von + 50 % bis zu + 350 % (!!) je nach Tag sei weder sozial noch bürgerfreundlich und fern jeder Realität wurde moniert. Ute Will unterstrich, dass die KWI die Bemühungen der Eltern unterstützt, die Kinzenbacher Schule wieder für den Schulbetrieb zu öffnen. Die aktuellen Zahlen der Gemeinde bewiesen, dass bei der Beachtung der Maxime „Kurze Beine = kurze Wege“ seitens der Schulbehörde bei jedem Jahrgang in Kinzenbach eine komplette Klasse machbar ist. Die KWI wird sich auch weiterhin der Verkehrsprobleme in Heuchelheim und Kinzenbach annehmen und gute Ideen und Anregungen der anderen Fraktionen zur Verbesserung der Situation unterstützen, betonte Willi Heß abschließend.

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