IKZ: Selbstüberschätzung verhindert Zusammenarbeit

Gemeinschaftskasse ohne Wettenberg.  Bürgermeister Brunner knickt gegenüber seiner Finanzverwaltung ein. Gemeinsamkeit nur wenn man selbst den größten Nutzen hat ?

Wettenberger Verwaltung
Wettenberger Verwaltung

Wie im April schon vermutet, hat sich die Gemeindevertretung Wettenberg jetzt mehrheitlich gegen die Beteiligung an der Gemeinschaftskasse ausgesprochen. Es war schon erstaunlich, wie vorher im Haupt- und Finanzausschuss die Ausschussmitglieder “zahlengläubig”, weder die statistischen Spielereien hinterfragten, noch die wenig fundierten Behauptungen der angeblichen Nachteile der Beteiligung. Kritiklos folgten sie den Monologen des Bürgermeisters, den “soufflierend” die Finanzabteilungsleiterin unterstütze.

Mehr als dürftig war Brunners Erklärung, besser gesagt Ausrede, für seinen Sinneswandel mit einer angeblich neuen Problematik, die sich erst nach Januar ergeben habe.Tatsächlich neu ist seit Januar nur die “Erkenntnis” der Wettenberger Finanzabteilung, dass man doch schon so effizient sei, dass man sich im Verbund nicht mehr verbessern könne !? Dies wird dann “bewiesen” mit sogenannten Fall- und Einwohnerzahlen und unvollständigen Kostenangaben der vier Gemeinden. Aus der ganzen “Selbstbeweihräucherung” im Ausschuss war deutlich herauszuhören, dass die anderen drei Kassen erst mal so gut wie die Wettenberger werden müssten, bevor man über einen Beitritt mal sprechen könne !?  Auf diese Ausführungen passte das alte Sprichwort “Eigenlob stinkt” ! Offen bleibt heute die Frage, ob Biebertal, Lahnau und Heuchelheim in 2017/18 noch bereit sind, neue Veränderungen in einer funktionierenden Gemeinschaftskasse durch einen nachträglichen Wettenberger Beitritt mitzumachen ! Bis dahin können die Wettenberger Autoren der Ablehnungsvorlage mal über den Satz: “Überheblichkeit ersetzt nicht die fehlende Sachkenntnis “ nachdenken !

Die hochtrabend “Effizienzanalyse” genannte Aufstellung aus willkürlich gewählten Zahlen nur mit der Anzahl der Stellen und nur den Personalkosten in Verbindung zu bringen, ist absolut nichtssagend und fachlich unsinnig ! Bis heute fehlen komplett Bestandsaufnahmen des tatsächlichen Arbeitsaufwandes, der Tätigkeitsmerkmale und der Stundensätze in den Kassenbereichen. Selbst  fundierte, aktuelle Stellenbeschreibungen sollen nicht vorhanden sein. Erst aus einer daraus folgenden neutralen, unvoreingenommener Bestandsaufnahme lässt sich dann eine ersachlich fundierte IST-Analyse erstellen. Dies setzt aber mindestens Grundkenntnisse und praktische Erfahrungen in Arbeitswirtschaft und Projektmanagement voraus, die offenbar in den Verwaltungen fehlen; was auch aus den anderen IKZ-Aktionen zu ersehen ist. Merke: Falsches Vorgehen führt zwangsläufig zu falschen Ergebnissen und daraus folgend zu falschen Entscheidungen !

Bezeichnend ist auch, dass in der Vorlage ein gravierender Vorteil für die Gemeinschaftskasse verschwiegen wird. Mit der seit 2009 in allen vier Kommunen verwendeten Finanzsoftware “nsk” der ekom21 ist eine Grundvoraussetzung zum Zusammen-schluss ja bereits erfüllt !

Fazit: Die Bürgermeister mit Verwaltung, die Gemeindevorstände und -vertretungen der vier Kommunen sollten sich ernsthaft fragen, ob sie die “tägliche 4-fach-Neuerfindung des Rades” in ihrem Verantwortungsbereich der Bevölkerung auf Dauer finanziell noch zumuten wollen !