Abendstern = “Woolrec 2” ?

Hat das Regierungspräsidium aus dem Desaster mit der Fa. Woolrec, Braunfels-Tiefenbach nichts gelernt ?

Zur Fa. Woolrec folgendes: Nach einem besonderen Verfahren, mit entwickelt von einem rennomierten Gießener Experten, sollten alte Dämmstoffe zu einem Granulat verarbeitet werden. Die Idee schien auch genial: aus krebserregenden Mineralfasern, gleich Sonderabfall mit teurer Entsorgung, sollte ein ungefährliches Vorprodukt für die Ziegelindustrie werden. Entgegen allen Beteuerungen der Firma und auch des RP, der bei Kontrollen keine Verstöße bemerkt haben will, beschwerten sich die Anwohner über Anlieferungen auf offenen LKW´s, staubträchtige Entladungen und andere Nichteinhaltungen der Auflagen und befürchteten die Freisetzung der krebserregenden Stoffe. Erst nach massiven Protesten der Tiefenbacher Bürger, auch in Wiesbaden, dämmerte offenbar dem Regierungspräsidium doch langsam, dass die Beauftragung des Gießener Experten mit als Kontrolleur seiner eigenen Entwicklung wohl nicht “so glücklich war”. Oder einfach gesagt: Das RP scheint in seiner Gutgläubigkeit den “Bock zum Gärtner” gemacht zu haben.

Endlich wach geworden, ergab eine unangemeldete Kontrolle am 21.09.12 sogar , dass eine Wand des angeblich abgekapselten Fabrikgebäudes massiv beschädigt war, was die Firma sogar vertuschen wollte. Jetzt endlich wurde die Fabrikation amtlich verboten und auch die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet. Aktueller Stand: Am 25.09.2012 hat das RP der Firma Woolrec die Produktanerkennung für Woolit entzogen.

Wenn man diesen Fall betrachtet, sind die Parallelen zu unserem Problem Abendstern nicht zu übersehen. Um so unverständlicher ist, dass das RP in einem Schreiben, das am 4.9.12 beim Gemeindevorstand eintraf, trotz der “Woolrec-Erfahrungen” vertrauensselig behauptet, von der Mischanlage der Firma Siebtechnik ginge keine Gefahr aus !?? Man bezieht sich zum Beispiel auf  Analyseberichte der potentiellen Anlieferer (!) und leitet daraus die “gesicherte Erkenntnis” ab, dass die Werte weit unter den Parametern für gefährlich Abfallstoffe lägen !  Kein Wort davon, ob die Analyseberichte von wirklich neutralen Gutachtern stammen und ob die Liste der Abfallerzeuger überhaupt vollständig ist. Ob die Fachabteilung des RP, besser noch der RP selbst, im Beisein des Gemeindevorstandes und der Bürgerinitiative Abendstern, die Anlage vor Ort selbst einmal beurteilen ?

Höchste Zeit wäre es, bevor das Regierungspräsidium auch noch beim Abendstern durch Gutgläubigkeit und mangelhafte Kontrollen mitschuldig wird und die Bevölkerung unnötig Gefahren aussetzt !

Für die Anwohner, Gemeindevorstand und Gemeindevertreter gilt es deshalb, weiter wachsam zu sein und leichtfertigen Behördenentscheidungen sofort und öffentlich zu widersprechen.