Zukunft des Mehrzweckgebäudes ist Thema…

..in Kinzenbach. So lautete die Überschrift des Berichtes einer Tageszeitung. Da Berichte in den Zeitungen oft komprimiert und den Platzverhältnissen „angepasst“ werden müssen, hier die vollständige Fassung des Berichterstatters.

Kinzenbach. Mit rund 80 Bürgern und Nutzern fand die Veranstaltung der Kinzenbacher Wählerinitiative (KWI) zum Thema „Die Zukunft des Mehrzweckgebäudes Kinzenbach großes Interesse. KWI-Sprecher Gernot Buseck begrüßte die Besucher im Mehrzweckgebäude. Am Podium hatte neben Buseck und Willi Heß auch KWI-Gemeindevertreter Wolfgang Oestreich Platz genommen. Anlass der Zusammenkunft war der Antrag der Heuchelheimer FDP, das Mehrzweckgebäude zu verpachten und mit einer Gastronomie zu versehen. Dieser Antrag war gegen die Stimmen der KWI und eines FW-Vertreters als Prüfantrag an den Gemeindevorstand gegeben worden.

Der KWI-Fraktionsvorsitzende Willi Heß, gab zu Beginn einen historischen Rückblick auf die Hintergründe und die Entstehung des Gebäudes, dessen Bau damals im Rahmen des sogenannten „Dreierpaketes“ Heimatmuseum/Jugendzentrum, Mehrzweckgebäude und Komplettsanierung der TSF-Turnhalle beschlossen wurde. Es wurde 1990 eingeweiht.

„An vier Tagen ist das Haus ab 15.00 Uhr bis ca. 22.30 Uhr von mittlerweile acht Nutzern mit 16 Gruppen – außer in den Sommerferien – voll belegt. Hinzu kommt, dass je nach Wetterlage der Kinzenbacher Kindergarten donnerstagvormittags das Gebäude nutzt“, erläuterte Willi Heß.

Die Teilnehmer waren eingeladen, Lösungsideen und -vorschläge zur Senkung der Ausgaben einzubringen, da die Gemeinde bei der schwierigen Haushaltslage an den ständigen Ausgaben und an nicht unbedingt notwendigen Investitionen sparen muss. An der Gebührenschraube kann nicht endlos gedreht werden, auch wenn die Kommunalaufsicht u. a. Gebührenerhöhungen fordert. Dass auch bei den Liegenschaften der Gemeinde gespart werden muss, das steht auch für die KWI außer Frage. „Für einen Vollgastronomiebetrieb wären aber erhebliche Um und Ausbauten im und am Gebäude nötig, die sich die Gemeinde nicht leisten könne. Dabei sei fraglich, ob eine diesbezügliche Nutzungsänderung überhaupt zulässig sei und die Anlieger dem auch zustimmen würden. Einseitige Lösungen nur für das Kinzenbacher Mehrzweckgebäude bringe die Ortsteile auseinander. Durch mehr Bürgerbeteiligung zum Beispiel könnten Kosten gespart werden“, so Willi Heß. Gernot Buseck regte an, das Spektrum der Einsparmöglichkeiten zu prüfen, die Attraktivität des Hauses zu steigern und eventuell einen Förderverein zu gründen. Das MZG soll in der Trägerschaft der Gemeinde bleiben.

Michael Schulze stellte für die SG Kinzenbach fest, dass eine monetäre Beteiligung bei den Kosten des MZG für seinen Verein nicht in Frage käme, da bereits erhebliche Mittel für den Sportplatz und die Nutzung des Heuchelheimer Kunstrasenplatzes aufgewandt werden müssten. Allerdings könnten sich die SGK-Mitglieder bei Renovierungsarbeiten einbringen. „Ich habe das Gefühl bei dieser jetzigen Aktion, hier vor Ort soll die Gemeinschaft kaputt gemacht werden“, sagte Schulze. „Wir wollen nichts verändern, wenn andere nicht mitziehen. Alle warten auf die Kinzenbacher und ihre Entscheidung, aber in Heuchelheim bleibt alles beim Alten“, so Gerhard Noli.

Gekommen waren auch vier SPD-Vetreter. Walter Bepler (SPD) stellte fest, dass die Gemeinde die Einrichtung nicht kostendeckend betreiben könne und das Gebäude auch weiter seinen Zweck erfüllen solle. Die Nutzer der Heuchelheimer Sporthalle könnten sich eine Beteiligung an den Energiekosten bei den Heizkosten vorstellen. Es gehe auch um einen symbolischen Beitrag der Nutzer für das MZG. „Wir dürfen nicht am Ortsteildenken festhalten“, sagte Bepler. Bemängelt wurde allerdings, dass die SGK zum Gespräch der Sporthallennutzer mit Bürgermeister Lars Burkhard Steinz über die Thematik nicht eingeladen worden war. Als der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Gehring sagte, dass die Sporthallennutzer einer 20%-Beteiligung schon zugestimmt hätten, bewies ihm Willi Heß anhand des Protokolls, dass dies nicht zutreffe, sondern es sich nur um einen Vorschlag handele und eine Vereinbarung noch nicht getroffen sei. Der örtliche SPD-Vorsitzende Heiko Schuster räumte ein, dass die SPD die Tragweite des FDP-Antrages zum MZG offensichtlich falsch eingeschätzt habe.

Aus dem Publikum wurde moniert, dass die Außenanlage des Mehrzweckgebäudes nur wenig gepflegt und die Kosten fürs Mähen der Wiese und des Bürgerparks dem MZG zugeschlagen würden. Vorgeschlagen wurde auch, die Gebäudemiete für Auswärtige höher anzusetzen als für Einwohner der Gemeinde.

KWI-Sprecher Gernot Buseck zog am Ende Bilanz: „Der heutige Besuch zeigt das große Interesse am MZG. Ich freue mich, dass auch einige Parlamentarier zu diesem Abend gekommen sind“. Zum Schluss berichtete Willi Heß noch über die Verkehrssituation in beiden Ortsteilen, wie den Abbau der untauglichen „Speedstopper“ am Kreisel sowie über Anfänge zu einer generellen Vereinbarung über die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) der drei Westkreisgemeinden und Lahnau, die zu Einsparungen führen soll. Weiter lud Willi Heß zur Wahlversammlung der KWI ein, die am Freitag, den 5. November um 19.30 Uhr in der Dorfschänke Kinzenbach stattfindet.

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